Soziale Verantwortung von Unternehmen


Große Unternehmen müssen jetzt umfassend über soziale Aspekte berichten - Nachhaltigkeitsreporting ist ab 2017 Pflicht

Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen künftig nicht nur über finanzielle Aspekte berichten. Sie haben nun die Pflicht, auch darüber zu informieren, wie sie die Rechte ihrer Arbeitnehmer achten, die Umwelt schützen und Korruption bekämpfen. Das Gesetz zur Umsetzung der CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility, also: Soziale Verantwortung des Unternehmens) ist am 19. April 2017 in Kraft getreten.

Hintergrund der CSR

Hintergrund der Richtlinie ist die zunehmende Bedeutung sogenannter nicht finanzieller Informationen. Sie bilden einen immer wichtigeren Bereich der Unternehmenskommunikation. Investoren, Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher verlangen mehr und bessere Informationen über die Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Sie möchten so entscheiden, ob sie investieren, Lieferbeziehungen eingehen oder Produkte erwerben und nutzen. Dies ist auch auf die zunehmende Medienberichterstattung über Arbeits- und Lebensbedingungen in Drittstaaten zurückzuführen (wie Textilwirtschaft in Indien). Diese hat zu einer Sensibilisierung von Investoren, Verbraucherinnen, Verbrauchern und selbst den Unternehmen im Hinblick auf nicht finanzielle Belange geführt. Man möchte einfach wissen, mit wem man es zu tun hat und ob Geschäfte und Käufe mit dem Unternehmen auch moralisch verantwortbar sind.

Nichtfinanzielle Entscheidungsfaktoren werden wichtiger

Nicht finanzielle Faktoren sind schon heute wichtige unternehmensinterne Entscheidungsfaktoren. Das Thema Corporate Social Responsibility, die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, stellt einen zentralen Baustein für eine nachhaltige Entwicklung dar. Unternehmen richten ihre Geschäftstätigkeit bereits jetzt zunehmend auch an Nachhaltigkeitsaspekten aus. Sie haben erkannt, dass dadurch langfristige Kostenersparnisse und eine höhere Reputation bei Kundinnen und Kunden und am Kapitalmarkt erzielt werden kann. In diesem Zusammenhang spielt auch die Unternehmensberichterstattung und -kommunikation eine zunehmend wichtige Rolle. Viele Unternehmen berichten bereits freiwillig über ihre Aktivitäten hinsichtlich eines Compliance-Management-Systems oder in Nachhaltigkeitsberichten über ihre Konzepte und ihr Engagement. Sie positionieren sich so im Wettbewerb.

Pflicht zur erweiterten Berichterstattung

Von der Pflicht zur erweiterten Berichterstattung sind bestimmte große, insbesondere börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern erfasst. Sie müssen im Lagebericht des Geschäftsberichts oder in einem gesonderten nicht finanziellen Bericht ihre wesentlichen Risiken darstellen, die im Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung bestehen. Daneben müssen Angaben zu den Konzepten, die die Unternehmen in Bezug auf diese Belange verfolgen, vorgelegt werden.

Fazit

Erneut schafft der Gesetzgeber hier zusätzliche Dokumentations- und Berichtspflichten. Allerdings ist zu beachten, dass Transparenz eben Vertrauen schafft und diese zusätzliche Pflicht eine besondere Kür für das Unternehmen darstellen könnte. Da das Umsetzungsgesetz bereits rückwirkend ab dem 01.01.2017 gilt und somit bereits für das Geschäftsjahr 2017 wirksam ist, gilt es bereits jetzt, sich für diesen Bericht vorzubereiten. Compliance-Programme wirken sich positiv für die Dokumentation des Unternehmens aus und erleichtern zudem die Erstellung der Berichte.

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Tags: #Compliance, #Corporate Social Responsibility, #CSR-Richtlinie, #soziale Verantwortung

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