bim-auswirkungen-renken

Building Information Modeling (BIM) und außergerichtliche Streitschlichtungverfahren am Bau


Alternative Streitschlichtungsmethoden könnten mit BIM an Boden gewinnen

Große Bauprojekte haben auch ein großes Konfliktpotential. Es geht um viel, und Gerichtsverfahren sind – gerade bei Bausachen - langwierig und teuer. Alternative Streitlösungsverfahren wie z.B. die Mediation können Enormes leisten. Die Digitalisierung in der Bauwirtschaft, insbesondere BIM, wird diese Verfahren begünstigen.

bim-auswirkungen-renken

BIM – oder Building Information Modeling ist die digitale BIM Planungsmethode aller am Bau beteiligter Planer und Fachplaner in einem mehrdimensionalen Planungsprogramm. Jederzeit werden die unmittelbaren Folgen von Änderungen nicht nur optisch am Gebäudemodell sichtbar, sondern auch Auswirkungen auf Termine und Kosten dargestellt.

Das heißt, die Beteiligten erhalten Zugriff auf virtuelle Pläne, die Steuerung von Prozessen, umfangreiche Datenbanken und Bauwerksmodelle. Möglich sind automatische Kollisionschecks, Qualitätschecks, Mengenermittlungen und je nach Aufbau des Modells auch Leistungsbeschreibungen sowie Visualisierung von änderungsbedingten Kostenauswirkungen und Terminabläufen. Das bedeutet hohe Transparenz des Planungsprozesses und macht Kooperation von Beginn der Planung eines Bauwerkes notwendig – sonst funktioniert es nicht. Die BIM Planungsmethode verlangt intensives Zusammenwirken der Projektbeteiligten während der Planung und Ausführung – das ist, wie Siggi Wernik (Geschäftsführer bei DhochN Digital Engineering GmbH und BIM-Fachmann der ersten Stunde) betont, ein Kulturwandel in der Bauwirtschaft.

Transparenz und Kooperation

Die Konzentration der Beteiligten auf ihr eigenes Gewerk wird sich durch diesen Paradigmenwechsel hin zu dem Gesamtbauwerk und allen dafür nötigen Informationen erweitern müssen. Ein Prozess, der auch eine andere Art der Streitschlichtung, insbesondere bei Großbauten, befördern wird und kann.

Wenn ein integrierter digitaler Prozess der Leistungserbringung im Vordergrund steht, müssen sich die Leistungsbilder der Beteiligten an den sinnvollen Erfordernissen des Gesamtprozesses und Möglichkeiten orientieren, welche durch die digitalen Werkzeuge zur Verfügung stehen. So wie auch in der Behandlung von Streitigkeiten: statt die bisher üblichen Einzelpositionen (nach überholten Rollenverständnissen) zu vertreten oder gar zu erstreiten, wird sich die Konfliktlösung entlang der von Anfang an geschaffenen Transparenz und Kooperation bewegen können und müssen. Gleiches gilt in der Mediation, wo hinter den Positionen die wirklichen Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten Beachtung finden und zu einer gemeinsamen und nachhaltigen Lösung führen. So wie Entscheidungsfindung durch BIM erleichtert werden kann, können auch streitige Prozesse schneller einer Lösung zugeführt werden.

Handlungsempfehlung

Gerade bei BIM-Projekten sollten vertragliche Mechanismen vorgesehen werden, die einen konstruktiven Umgang im Falle eines Konfliktes ermöglichen. Sie helfen, Konflikte zielgerichtet, schnell und vor allen Dingen mit dem Blick auf eine möglichst weitere Zusammenarbeit sach- und fachgerecht zu lösen.

Im Gegensatz zu Gerichtsprozessen rund um Bau und Immobilie sind alternative Streitschlichtungsverfahren effizient, zügig, interessenorientiert, diskret und wertschöpfend. Die Möglichkeit der alternativen Streitschlichtung sollte in jedem Vertrag zur Realisierung von Bauprojekten festgeschrieben sein. Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Verfahren haben und welche Formulierungen sich in Verträge aufnehmen lassen, zeigt folgendes Brevier:

alternative Streitschlichtungsverfahren
My Real Estate – Streitschlichtung (1,1 MB)

Seite als PDF sichern

Tags: #alternative Streitschlichtung Bau, #Bauunternehmen, #Dispute Resolution Bau, #Grossbauprojekte, #Immobilien, #Mediation, #Mediation am Bau, #Rechtsstreit Bau, #Streitlösung, #Transaktionen

Artikel versenden